Die Ukraine – Das „Grenzland“. Historisch-politische Betrachtungen aus aktuellem Anlass

Langenau, Pfleghofsaal

Dieser Tage ist die Ukraine, das Grenzland (U Kraina), in aller Munde. Aber was wissen wir denn von diesem „Grenzland“ im Osten Europas? Ist es nicht vielleicht tatsächlich so, wie es die kroatische Schriftstellerin Dubravka Ugrešić einmal folgendermaßen auf den Punkt gebracht hat: „Für viele Menschen im Westen ist Osteuropa geistig ein leerer Raum. Es beginnt irgendwo hinter dem Eisernen Vorhang, irgendwo jenseits der Mauer, sogar jetzt, wo weder ein Vorhang noch eine Mauer existieren.“ 

An diesem Abend wollen wir den „geistig leeren Raum“ füllen, historisch, politisch, gesellschaftlich. Was war – und was ist – dieses „Grenzland“ zwischen Westen und Osten, welche staatlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Verbindungen zu Russland gibt es, welche sind „nach Westen“ ausgerichtet? Gibt es denn überhaupt „die“ Ukraine? Seit wann gibt es eine ukrainische Eigenstaatlichkeit? Welche identitätsbildenden Mythen lassen sich verzeichnen?

Schon vor dem jetzigen Krieg war die Ukraine wohl die größte Verliererin der Ära nach dem „Kalten Krieg“. Das flächenmäßig größte Land Europas liegt seit 1990 ökonomisch und sozial darnieder. Es ist Raubgut für Oligarchen jedweder Herkunft, geostrategisches Interessengebiet für die USA und die NATO – und jetzt Aufmarsch- und Kriegsgebiet für eine sich militärisch umgekreist und umstellt sehende Russische Föderation. Es ist also höchste Zeit, historisch-politische Betrachtungen aus gegebenem Anlass anzustellen.

Veranstalter: Ulmer Volkshochschule e. V. in Zusammenarbeit mit dem KulturBüro Langenau, dem Initiativkreis 8. Mai Langenau, den NaturFreunden Langenau und der StadtBücherei Langenau    

Referent/in: 
Lothar Heusohn